Meistens nicht. Die meisten Abneigungen verschieben sich im Lauf der Zeit wieder. Hartnäckig bleiben vor allem die Lebensmittel, nach denen einem einmal richtig schlecht war — das ist ein gelernter Zusammenhang. Deshalb lohnt es sich, bei akuter Übelkeit nichts zu essen, was einem eigentlich wichtig ist.
Viele beschreiben, dass Lebensmittel, die sie jahrelang mochten, plötzlich unmöglich werden — und fragen sich, ob das so bleibt.
Der überwiegende Teil dieser Verschiebungen ist nicht dauerhaft. Was sich mit der veränderten Appetitregulation verschoben hat, verschiebt sich auch wieder zurück.
Es gibt allerdings eine Ausnahme, die man kennen sollte: **Wenn einem nach einem bestimmten Essen einmal richtig schlecht war, merkt sich der Körper das.** Dieser gelernte Zusammenhang ist beim Menschen gut untersucht — in einer Befragung hatte gut ein Drittel eine solche Abneigung, oft über Jahre, und eine einzige Erfahrung genügte dafür. Er lässt sich durch Vernunft nicht auflösen: In derselben Untersuchung war jedem fünften klar, dass das Essen gar nicht die Ursache gewesen sein konnte — die Abneigung blieb trotzdem.
Ob das unter GLP-1 genauso abläuft, ist nicht eigens untersucht. Der Mechanismus ist aber derselbe, und die Berichte passen dazu.
Zwei Dinge helfen nachweislich dagegen: **Vertrautes ist geschützter als Neues** — gegen ein Gericht, das man seit Jahren kennt, entsteht seltener eine Abneigung als gegen etwas zum ersten Mal Probiertes. Und ein **auffälliger Nebengeschmack fängt die Aversion ab**: Wer vor einer heiklen Mahlzeit etwas Ungewöhnliches isst — ein kräftiges Bonbon etwa —, richtet die Abneigung eher darauf als auf das eigentliche Essen. Das klingt nach Trick, ist aber in einer randomisierten Untersuchung gezeigt worden.
Daraus folgt ein praktischer Rat für die schlechten Tage: **Iss bei akuter Übelkeit nichts, was dir eigentlich wichtig ist.** Wer sich in dieser Phase zum Lieblingsgericht zwingt, riskiert, es dauerhaft zu verlieren. Neutrale Überbrücker sind dafür besser geeignet — bei denen ist es nicht schade drum.
Und umgekehrt: Ein Lebensmittel, das gerade nicht geht, muss man nicht abschreiben. Nach einigen Wochen noch einmal probieren kostet nichts.
Damit in der Zwischenzeit nichts fehlt, lohnt der Blick auf die Alternativen: 53 unserer Rezepte kommen ohne Milchprodukte aus, 79 sind glutenfrei, 64 vegetarisch. Für fast jede Abneigung gibt es einen anderen Weg zum Eiweiß.
